Brotzeitkiste mit Ausblick: Genuss im Fränkischen Weinland
Im Fränkischen Weinland bringt Monika Bauer herzhaften Genuss genau dorthin, wo er gewünscht wird: Die Thüngersheimerin liefert ihre gut bestückte Brotzeitkiste an die schönsten Pausenplätze in den Weinbergen. Wohin genau, bestimmen die Wanderer selbst.

Wenn man Wein mit Familiennamen (und Sisi mit Vornamen) heißt, passt es wunderbar, wenn man über den Frankenwein schreiben darf. Und über Frankens kulinarische Besonderheiten. Über Natur, Traditionen und Kultur. Und nicht zuletzt über unglaublich spannende und gastfreundliche Menschen, die das Urlaubsland so besonders machen. Das tue ich nun, seitdem ich vor rund 20 Jahren als Journalistin vom Bayerischen Wald in den Naturpark Altmühltal gezogen bin.
Mit den Hausbesuchen begleiten wir Einheimische bei ihrem täglichen Wirken im Urlaubsland Franken. Heute geht es für mich ins Fränkische Weinland, genauer gesagt nach Thüngersheim, wo Monika Bauer Wandernden eine nachhaltig konzipierte Brotzeitkiste mit regionalen Spezialitäten und Wein direkt an ihren Wunsch-Rastplatz in den Weinbergen liefert.

So ein Picknick ist eine wunderbare Sache, vor allem, wenn man schon ein paar Wanderkilometer hinter sich hat. Dann noch ein schöner Rastplatz, ein Panoramablick, eine herzhafte Vesper und ein Glas Wein, mehr braucht es nicht zum Wanderglück. Das wird noch größer, wenn die Wanderer die Brotzeit nicht selbst mitbringen müssen, sondern am Rastplatz ihrer Wahl eine Brotzeitkiste vorfinden: Bestückt mit Leckereien, Frankenwein und allem, was für stilvollen Genuss in der Natur nötig ist.

Um bei einer Wanderung in den Genuss der Brotzeitkiste zu kommen, genügt ein Anruf. Wer mindestens einen Tag vor der geplanten Tour bei Monika Bauer Bescheid sagt, dem ist eine herzhafte Brotzeit in den Weinbergen gewiss. Die Hauswirtschaftsmeisterin aus Thüngersheim klärt bei der Bestellung gleich ab, welche Brotzeit es sein darf: So packt sie zum frischen Landbrot mal Hausmacher-Leberwurst oder Schinken in die Kiste, mal Camembert und Kochkäse, auch Tomate mit Mozzarella ist möglich. Jede Brotzeit ist für eine Person gedacht. „Aber“, da ist sich Monika Bauer sicher, „das darf durchaus ein guter Esser sein“.
Bei der Auswahl der Produkte ist ihr Regionalität wichtig. Das Brot stammt vom Bäcker aus Thüngersheim, die Wurst aus dem Nachbarort Veitshöchheim, den Kochkäse macht sie selbst. Auch Geschirr und Besteck finden sich in der Kiste: „Wir haben sie komplett nachhaltig konzipiert, deshalb waren Einwegprodukte für uns keine Option.“ Auch die Tischdecken, die ebenfalls zum Inhalt gehören, sind aus Stoff.

Damit haben die Wanderer eigentlich schon alles, was sie für eine stilvolle Vesper unter freiem Himmel brauchen. Nun gut, fast alles – denn was wäre eine Wanderung im Fränkischen Weinland ohne ein Glas Wein! In die Kiste, die dank Deckel und Isolation den Inhalt schön kühl hält, kommt deshalb auch der Wunschwein der Wanderer. Zur Auswahl stehen Rotling, Silvaner, Scheurebe, Grauer Burgunder und Spätburgunder – alles Weine der Genossenschaft DIVINO Nordheim-Thüngersheim. Damit genießen die Wanderer auch einen Schluck aus den Weinbergen der Familie, wie Monika Bauer erklärt: „Mit 22 Hektar Rebfläche sind wir der größte Einzelbetrieb der DIVINO.“ Im Angebot hat sie außerdem Biere von regionalen Brauereien, Saftschorlen und natürlich Wasser. Auch Kaffee ist möglich – im Kännchen, man ist ja schließlich draußen.
Aussicht auf und mit Frankenwein
Dem Wein sind die Bauers noch auf andere Weise verbunden: Ihr schmuckes Gästehaus in Thüngersheim, das auch zu den zertifizierten Angeboten von „Franken – Wein.Schöner.Land!“ gehört, trägt den Namen „Wein-Träume“. Zweimal im Jahr verwandelt Monika Bauer den gemütlichen Frühstücksraum des Gästehauses außerdem in eine Häckerwirtschaft: Im Frühjahr sowie im Herbst nach der Lese serviert sie dort für jeweils vier Wochen zum Wein fränkische Köstlichkeiten, hausgemachte Gerichte und regionale Speisen.
Doch die Corona-Pandemie bremste diese Tradition ebenso wie den gesamten Betrieb im Gästehaus für mehrere Monate komplett aus. „In dieser Zeit bin ich viel mit meiner Familie bei uns in der Region gewandert“, erinnert sich Monika Bauer. „Unterwegs haben wir immer wieder Bekannte getroffen, die uns nach einer Brotzeit oder einem Schoppen Wein gefragt haben. Da haben wir uns die Frage gestellt: Wie bringt man die Häckerwirtschaft in den Weinberg?“

So reifte in ihr die Idee zur Brotzeitkiste heran. Die ersten Überlegungen in Richtung Kühltasche oder Korb verwarf sie und entschied sich dazu, alten Weinkisten neues Leben einzuhauchen: „In Windeseile haben wir mit einem befreundeten Schreiner die erste Kiste zusammengeschustert.“ Das neue Angebot kam sofort an. Aus dem Prototypen sind so mittlerweile zehn Kisten für ein bis zwei Brotzeiten sowie weitere zehn mit dem doppelten Fassungsvermögen geworden.
Leichtes Gepäck, voller Genuss
Bis zu 20 Kisten werden pro Woche bei Monika Bauer bestellt, die sie den Wanderern an ihren Wunschort liefert. Haben die Wanderer sich ein schönes Plätzchen ausgesucht, dann schicken sie Monika Bauer einfach über WhatsApp ihren Standort. Kurz darauf steht die Brotzeitkiste am gewünschten Platz. Besonders praktisch: Ist die Vesper aufgegessen, müssen sich die Wanderer um nichts weiter kümmern. Die Kiste wird nämlich wieder abgeholt und die Tour kann mit vollem Magen und leichtem Gepäck fortgesetzt werden.

Auch Gruppen oder Geburtstagsgesellschaften versorgt Monika Bauer gerne im Weinberg. „Sogar ein Heiratsantrag war schon einmal dabei“, erzählt sie, „da habe ich dann noch Rosen in die Kiste gelegt“. Es muss aber nicht gleich solch ein außergewöhnlicher Anlass sein, der eine Wanderung mit Brotzeitkiste zum Erlebnis werden lässt. Monika Bauer hat dafür ihr ganz eigenes Lieblingsplätzchen: den „terroir f“-Aussichtspunkt hoch über Thüngersheim. Bei den mehr als 30 Tisch- und Sitzgruppen, die sich auf die Thüngersheimer Wanderwege verteilen, findet aber bestimmt jeder seinen Platz nach Wahl – und kann sich sicher sein, dass auch Monika Bauers Brotzeitkiste den Weg dorthin findet.
Das muss man den Menschen im Fränkischen Weinland lassen: Sie wissen um die genussvollen Seiten des Lebens. Kein Wunder, schließlich gibt der Wein in dieser sonnenverwöhnten Urlaubslandschaft den Ton an. Zu den köstlichen und oft preisgekrönten Weinen gesellen sich hervorragende Restaurants, einladende Gasthäuser, gemütliche Häckerwirtschaften sowie ungezwungene Weinbars und Weinbistros. Gelegenheit zum Genuss bieten außerdem die Weinfeste, die in vielen Orten den Höhepunkt im Jahreskreis darstellen. Hier setzen sich die Spezialitäten des Fränkischen Weinlands in Szene. Überhaupt ist die Genusskulisse der Urlaubslandschaft mehr als beeindruckend: Die Weinberge, das blaue Band des Mains, die Kulturschätze in den Orten und Städten – darunter mit der Würzburger Residenz ein UNESCO-Welterbe – bilden zusammen ein unvergessliches Ambiente.

